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Die Gemeinde Lech gewinnt ihr Trinkwasser aus zwei Wasservorkommen. Die Schwarzbachquelle ist die größte und bedeutendste Quellanlage und bildet heute das Rückgrat der Lecher Wasserversorgung. Die Quelle liegt auf einer Höhe von 1.525 m. Das Einzugsgebiet der Quelle ist im Hauptdolomitgebirge, das nördlich der Linie Düreggtobel - Oberes Marchbachtobel - Butzensattel - Sulzenkopf und dem Hauptkamm der Braunarlspitze liegt.

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Der Schwarzbach quillt in einer Sumpfwiese auf und nimmt die kurze Strecke bis zum Lech über flaches Gelände in einem mit dunklen Moosen dicht bewachsenen Bachbett. Dies könnte ein möglicher Hinweis für die Namensgebung des Quellbaches sein. Einem geologischen Gutachten aus dem Jahr 1958 folgend, muss man aufgrund der hohen Wasserspende von einem entsprechend großen Einzugsgebiet der Quellen ausgehen, welches jedoch bereits lechaufwärts durch den Markbach und lechabwärts durch das Zugertobel beschränkt ist.

Es wurde deshalb angenommen, dass das Einzugsgebiet nordwärts bis oder sogar über den Braunarl-Hauptkamm reichen könnte. Eine weitere Feststellung aus früheren Tagen ist jene, dass die Schwarzbachquelle immer gleich viel Wasser führt. Unabhängig von Jahreszeit und Niederschlag bietet die Quelle Jahr um Jahr eine vergleichsweise große Wasserschüttung, die praktisch konstant bei 140 l/sec. liegt.

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Zusammen mit der ca. 100 m talabwärts gelegenen Weissbachquelle, welche den natürlichen Überlauf der tiefer gelegenen Schwarzbachquelle übernimmt, verdoppelt sich die Wasserspende dieses Quellsystems sogar auf ca. 300 l/sec. Dies ist für Naturquellen eine außergewöhnlich große Schüttung. Die Schwarzbachquelle ist immer gleich temperiert.

Da das Wasser im Gestein einen langen Weg zurücklegt bis es an die Oberfläche tritt, hat es eine stets ausgeglichene Temperatur von 4 - 5 °C. Es ist deshalb im Winterhalbjahr wärmer und im Sommer kälter im Vergleich zu anderen Bächen.Das zweite Wasservorkommen, die Karbühelquelle, hat eine Mindestschüttmenge von 5 l/sec. Die Quelle liegt im Einzugsgebiet Karhorn auf einer Höhe von 1.782 m. Sie sollte ursprünglich Oberlech versorgen.

Seit die Versorgung Oberlech an das Ortsnetz von Lech angekoppelt wurde dient sie nur mehr als Notversorgung. Nach Schlagwettern mit Starkregen liefert die Schwarzbachquelle fallweise Wasser, das mineralische Sedimente aus Dolomitgestein enthält. Zur Entfernung dieser technisch störenden aber hygienisch völlig harmlosen Erscheinung dient eine Filteranlage in Zug.

Die Filtrieranlage wurde mit einem Durchfluss von 70 l/sec. bemessen, damit kann der Gesamtbedarf für Lech gereinigt werden. Um auch absolute Keimfreiheit für das Trinkwasser zu gewährleisten, wurden schon vor Jahren sowohl in der Aufbereitung Zug sowie bei der Zuleitung der Karbühelquelle UV-Entkeimungsanlagen installiert.

Das geförderte Wasser gelangt mittels eines Pumpwerks und drei Druckreduzieranlagen über ein etwa 18 km langes Verteilungssystem an etwa 500 Hausanschlüsse und zu den Konsumenten. Das Pumpwerk für Zug wurde erforderlich, weil der Sammelschacht der Schwarzbachquelle und das Versorgungsgebiet Zug auf ungefähr der gleichen Meereshöhe liegen.

Um den erforderlichen Druck in dieser Parzelle zu erhalten, wurde ein eigener Hochbehälter mit 140 m3 Fassungsvermögen erstellt. Darüber hinaus verfügt das Wasserwerk Lech derzeit über insgesamt 6 Hochbehälter, die zusammen ein Fassungsvermögen von rund 2.500 Kubikmeter erreichen. Diese Speicherkapazität wird laufend erweitert.

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Bei der Sicherheit ist man am letzten Stand der Technik. Im Wasserwerk befindet sich eine vollautomatisch arbeitende Schaltzentrale zur Überwachung und Steuerung der gesamten Wasserversorgung. Laufend werden Durchflussmengen, Fördermengen, Behälterstände sowie Betriebsabläufe, Pumpenstellungen etc. überwacht und aufgezeichnet.

Amtliche Überprüfungen durch das Umweltinstitut des Landes Vorarlberg an unterschiedlichen Entnahmestellen gewährleisten, dass das Lecher Wasser jederzeit hygienisch einwandfrei ist.

Unabhängig von dieser, vorwiegend mikrobiologischen Überwachung hat das Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg unter anfänglich rein wissenschaftlichen Gesichtspunkten 1994 ein Untersuchungsprogramm der Schwarzbach/Weissbach Quellen begonnen.

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Neben chemischen Spurenstoffen wurden hierbei auch physikalische Kenngrößen des Wassers mit modernsten Verfahren erfasst (z.B. Atommassen-Analysen). Das erfreuliche Ergebnis diesen Untersuchungen lässt sich sehen! Das Lecher Trinkwasser lässt sich demnach am besten mit dem leicht mineralisierten Typ handelsüblicher Mineralwassersorten vergleichen.

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